- Führende Mitglieder des US-Landwirtschaftsausschusses drängen Präsident Donald Trump, offene CFTC-Kommissarsposten zu besetzen.
- Der Vorstoß kommt, während der CLARITY Act im Senat vorankommt und der CFTC eine größere Rolle bei der Kryptoaufsicht geben könnte.
In Washington wächst der Druck, die US-Derivateaufsicht CFTC wieder vollständig zu besetzen. Glenn „GT“ Thompson, republikanischer Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses im Repräsentantenhaus, und Angie Craig, demokratische Ranking Member, fordern Präsident Donald Trump in einem gemeinsamen Schreiben auf, neue Kommissare zu nominieren.
CFTC steht vor größerer Rolle im Kryptomarkt
Der Zeitpunkt ist kaum zufällig. Der CLARITY Act kommt im Senat voran und könnte die Zuständigkeiten im US-Kryptomarkt neu ordnen. Sollte das Gesetz weiterkommen, dürfte die CFTC bei der Aufsicht über digitale Rohstoffe, Handelsplätze und bestimmte Marktstrukturen deutlich wichtiger werden.
Thompson und Craig argumentieren, die Behörde sei mit einer vollständigen fünfköpfigen Kommission am besten aufgestellt. Eine volle Besetzung führe zu besseren Regeln, haltbareren Vorschriften und mehr Sensibilität für die unterschiedlichen Interessen im Derivatemarkt.
Das ist höflich formuliert, meint aber etwas ziemlich Konkretes: Eine einzelne Führungsspitze reicht kaum aus, wenn eine Behörde gleichzeitig klassische Derivate, Rohstoffmärkte und neue Krypto-Regeln bearbeiten soll.
Aktuell ist CFTC-Chef Michael Selig der einzige Kommissar der Behörde. Er trat sein Amt im Dezember an, nachdem mehrere Abgänge die Kommission stark ausgedünnt hatten.
Seligs Regelagenda erhöht den politischen Druck
Das Schreiben verweist auch auf Seligs Aussage vom 16. April vor dem Ausschuss. Dort skizzierte er eine ambitionierte Agenda für neue Regeln. Genau das macht die Personalsituation heikel.
Eine Behörde kann zwar auch mit weniger Kommissaren arbeiten, aber große Regelwerke wirken politisch robuster, wenn sie von einer breiter besetzten und parteiübergreifend zusammengesetzten Kommission getragen werden.
Gesetzlich muss die CFTC nicht vollständig besetzt sein. Vorgeschrieben ist nur, dass höchstens drei Mitglieder derselben Partei angehören dürfen. Politisch ist eine leere Kommission trotzdem ein Problem.
Für die Kryptoindustrie ist die Personalfrage mehr als Verwaltung. Wenn der CLARITY Act tatsächlich neue Zuständigkeiten schafft, entscheidet die CFTC nicht nur über technische Regeln, sondern über den praktischen Zugang von Kryptofirmen zu regulierten US-Märkten. Genau deshalb drängen beide Ausschussführer nun auf Tempo.




